ASDL:User Modelling

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Endbericht des ASDL-Projekts
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Contents

Einführung

Benutzermodell
Benutzermodell

Wissen über den Benutzer ist notwendig, damit sich ein System an den Benutzer anpassen kann. Dieses Wissen muss in einem Modell repräsentiert werden, dem Benutzermodell (engl.: User Model). Niklas Essing definiert ein Benutzermodell folgendermaßen: „Ein Benutzermodell ist eine Wissensbasis in einem Dialogsystem, das Annahmen über alle Benutzeraspekte enthält, die für das Dialogverhalten des Systems relevant sind.“ Essing Aus den Daten des Modells können dann Informationen über den Benutzer gewonnen werden.

Anwendungsbebiete für Benutzermodelle sind z.B. Personalisierte Web-Anwendungen und Software, E-Commerce und E-Learning.

Aufbau eines Benutzermodells

Die Daten eines Benutzermodells werden in Benutzerdaten, Benutzungsdaten und Kontetxtdaten aufgeteilt. Folgendes könnten z.B. Benutzerdaten sein:

  • Vorhandenes oder fehlendes Wissen des Benutzers
  • Pläne und Ziele des Benutzers
  • Benutzerpräferenzen
  • Benutzerfähigkeiten
  • Benutzermissverständnisse

Benutzungsdaten sind Daten über das Verhalten und Aktionen des Benutzers im System. Dazu gehören folgende Angaben:

  • Selektionen des Benutzers: z.B. Von Webseiten oder Hilfetexten mit bestimmten Inhalten
  • Zeitliches Benutzungsverhalten: User Tracking
  • Bewertungen durch den Benutzer: Bewertungen des Benutzers über Brauchbarkeit von Produkten oder *Information (Relevance Feedback)
  • Regelmäßigkeiten im Benutzungsverhalten: z.B. häufig vorkommende Aktionssequenzen

Kontextdaten sind Daten über die „Umgebung“, in dem der Benutzer seine Aktionen durchführt. Beispiele hierfür sind:

  • Aufgabe: z.B. Einkauf von Waren
  • Ort: z:B. physischer Aufenhaltsort des Benutzers
  • Zeit: z.B. Datum, Uhrzeit, Zeitzone
  • Gerät: z.B. Gerätetyp (Desktop-PC, Handy oder PDA), Bildschirmgröße, Bandbreite

Erstellung von Benutzermodellen

Zunächst muss entschieden werden, welche Informationen über den Benutzer in das Modell aufgenommen werden und wie diese Informationen gewonnen werden. Danach ist es notwendig eine geeignete Repräsentation dieser Informationen im Modell zu entwickeln. Außerdem muss entschieden werden, wie das Benutzermodell im Zeitverlauf anzupassen ist.

Peter Mertens charakterisiert ein Benutzermodell anhand von 13 Merkmalen:

Merkmale von Benutzermodellen

Erfassung von Daten über den Benutzer

Bei der Erfassung von Daten wird zwischen impliziter und expliziter Erfassung unterschieden. Bei der impliziten Erfassung werden die Aktivitäten des Benutzers beobachtet (z.B. durch Log-Dateien, Session-IDs) Aus diesen Daten werden dann Informationen über den Benutzer gewonnen (z.B. mit Data-Mining-Methoden). Über die implizite Erfassung von Daten ist der Benutzer i.d.R. nicht infomiert.

Wenn der Benutzer gezielt vom System aufgefordert wird Informationen über sich einzugeben. Dies kann z.B. durch Multiple-Choice-Fragen geschehen. Untersuchungen haben aber ergeben, dass Benutzer meistens nur bereit sind sehr wenige Fragen zu beantworten

Benutzermodellbasierte Adaption

Adaption
Adaption

Die Benutzung eines Benutzermodells lässt sich in drei Pasen einteilen: Die Initialisierung macht das Benutzermodell bereit zur Nutzung. Die Aktualisierung veändert das Benutzermodell während der Laufzeit des Systems. Die Anpassung verwendet das Benutzermodell zur Anpassung des Systems.

Datenschutz

Das Problem bei der Erfassung, Speicherung und Verarbeitung von Daten über den Benutzer ist der Datenschutz. Viele Unternehmen sammeln Daten über ihre Kunden, ohne dass man weis was mit den gesammelten Daten passiert. Ein weiteres Problem ist die unerlaubte Weitergabe von Daten. Dadurch besteht die Gefahr eines „gläseren“ Kunden.

Ein mögliche Ansatz zur Lösung dieses Problems ist die P3P-Technologie. P3P ist eine durch das W3C standardisierte technische Plattform zum Austauch von Datenschutzinformationen im Web. Dazu hinterlegt ein Webanbieter eine Datenschutzbeschreibung im maschinenlesbaren P3P-Format auf dem Webserver. Vor dem Aufruf einer Webseite erden dann die Angaben des Benutzers mit den Angaben des Anbieters verglichen. So kann der Benutzer entscheiden, ob er die Webseite betreten will.

Anwendungsbeispiel

Ein Anwendungsbeispiel von Benutzermodellen ist das System NetMind der Firma MindLab. Auf der Webseite von MindLab wird über NetMind folgendes geschrieben: “NetMind klassifiziert die Online-Nutzer und ordnet sie nach dem Betreten der Website und der Beobachtung der ersten Navigationsschritte einem Verhaltenstyp zu. Die Inhalte werden in Echtzeit an das Interessensprofil des Besuchers angepasst. Ändert der Nutzer während einer Session sein Verhalten so kann er gegebenenfalls ständig einer neuen Klasse zugeordnet werden.“ Eine Demo zum Ausprobieren findet sich unter http://demo.mindlab.de.

Quellen

P.T. de Vrieze, P. van Bommel, Th.P. van der Weide: A Generic Engine for User Model Based Adaptation, 2004
Niklas Essing: Anwendungen der Benutzermodelle aus der Künstlichen Intelligenz: Repräsentationsmöglichkeiten für Benutzerprofile, 2001
Alfred Kobsa: User Modeling: Recent Work, Prospects and Hazards, 1993
Alfred Kobsa: Adaptive Verfahren – Benutzermodellierung, 2004
Peter Mertens, M. Stößlein, Th. Zeller: Personalisierung und Benutzermodellierung in der betrieblichen Informationsverarbeitung – Stand und Entwicklungsmöglichkeiten, 2004
Jonas Neukomm: Adaptive Web & Usability, 2003
Jürgen Ziegler, Steffen Lohmann, J. Wolfgang Kaltz: Kontextmodellierung für adaptive webbasierte Systeme, 2005



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